Graphikfragen

CaseTrain bietet auch Fragen, bei denen der Lerner etwas zeichnen oder markieren (und ggf. beschriften) muss. Dazu muss der Autor sowohl das Bild vorgeben als auch angeben, was markiert und wie beschriftet werden muss und über sechs Optionen je Markierung wie die Lernerantwort ausgewertet wird.

Graphikeingabefragen

Bei Graphikeingabefragen muss der Lerner ein Bild "malen". Wie bei Textfragen kann dieses Bild nicht automatisch bewertet werden. Dementsprechend gibt es analog zu den Textfragen eine Antwort-Zeile, in der das richtige Bild angegeben wird.

Soll ein Bild vorgegeben werden, in das der Lerner etwas einzeichnen soll, dann existiert dafür die Zeile Vorlage. Andernfalls kann diese Zeile entfallen.

Beispiel:

Frage {1-GE-FF0000}Zeichnen Sie das Haus vom Nikolaus (in einem Zug).
Vorlage
Antwort

Erklärung

Wichtig ist, dass das Haus auf der freien Fläche rechts steht (sonst 20% Abzug) und in einem Zug gezeichnet wurde (sonst bis 80% Abzug) und es deutlich zu erkennen ist, wie gezeichnet wurde.

Copyright am Bild: CC BY 4.0 torange.biz

Bei den Optionen ist wichtig, dass im Anschluss an den Fragetyp der HTML-Farbcode der Malfarbe angegeben wird (im Beispiel FF0000 für reines Rot) , andernfalls wird vom Player eine Farbe gewählt, die dann auch im restlichen Bild vorkommen kann. In dem Fall wäre das verwirrend für den Lerner, der dann nicht mehr unterscheiden kann, was von ihm gemalt wurde (und radiert werden kann) und was schon in der Vorlage vorhanden war.

Beim Beantworten von Graphikeingabefragen kann der Lerner auch Text eingeben, d.h. man könnte z.B. auch nach beschrifteten Grafiken fragen, da Graphikeingabefragen nicht bewertet werden, werden auch diese Texte nicht bewertet - dazu könnte man Graphikmarkierungsfragen verwenden.

 

Graphikmarkierungsfragen

Zuerst eine Beispiel-Graphikmarkierungsfrage (Schlüsselwort GM):

Frage {1-GM}Markieren und beschriften Sie:
Vorlage

Antwort

{1: +1 R0,5}

Zellkern mit Nucleolus

{1}{r}Zellkern.*

Antwort

{2: +2 R1}

Endoplasmatisches Reticulum

{1}{2}Endoplasmatisches Reticulum

{1}{r}Endoplasmatisches Reticulum.*

{0,8}ER

Antwort

{3: +1 R0,5}

Vakuole

Antwort

{4: +1 R0,5}

Mitochondrien

{1}{1}Mitochondrien

Antwort

{5: +1 R0,5}

Chloroplasten

Antwort

{6: +1,5 R0,5}

Golgi-Apparat

Dictyosomen

{1}{1}Golgi-Apparat

{1}{1}Dictyosomen

Erklärung

Zur Erklärung das Bild nochmals farbig und beschriftet:

Copyright am Bild: vermutlich Thomas Seilnacht / http://www.digitalefolien.de/biologie/pflanzen/aufbau/zell.html

Extra für Graphikfragen gibt es die Zeile Vorlage, in der das Bild, wie es der Lerner sieht eingetragen wird.

Bei Graphikmarkierungsfragen wird hier auch das Bild mit Markierungen eingetragen (dies kann jeweils auch per {Bild: ...} geschehen).

 

Anweisungen für Malprogramme: Links oben in dem Markierungsbild muss ein Klecks mit der Farbe sein, mit der die Markierungen vorgenommen wurden, diese Farbe darf sonst nicht im Bild vorkommen. In jeder Markierung muss mit Schwarz eine Zahl stehen.

Das Zeichentool für die Markierungen darf nicht "verwischt" (mit Anti-Aliasing) und nicht transparent malen, damit alle Umrisse scharf sind und gut erkannt werden können. In Paintshop sieht das dann so aus:



Falsch dagegen wäre so etwas:



Die Schrift sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein (~10px), als Schriftart sollte eine Standardschrift, z.B. Times New Roman gewählt werden, es darf nur mit einer Farbe gezeichnet werden (also keine Farbe für den Umriss), kein Verwischen/Anti-Aliasing, nicht fett und nicht kursiv, da sonst die Schrift nicht erkannt werden kann.



Das Bild darf nicht in einem Verlust-behafteten Format gespeichert werden, da durch die Komprimierung Artefakte an den Kanten der Markierung oder der Schrift entstehen - folglich darf JPG darf nicht verwendet werden. Da PNG verlustfreie Komprimierung bietet sollte dieses Format verwendet werden. Daher muss auch darauf geachtet werden, dass das Textprogramm die enthaltenenen Bilder nicht komprimiert speichert - dies muss ggf. vor Einfügen des Bildes ins Dokument entsprechend eingestellt sein.

 

Während des Fallverarbeitungs-Vorgangs (der pro Markierung etwa 1-2s länger dauert!) wird ein Bild generiert, mit dem die Erkennung überprüft werden kann, dies sieht dann im Beispiel so aus:

Dabei wird für jede gefunden Markierung wird der Umriss und die erkannte Zahl (in den Mittelpunkt der Markierung) gezeichnet.Falls etwas nicht gefunden wird, dann kann es mehrere Ursachen haben: Die Schrift ist zu klein, es wurde mit Verwischen gearbeitet, Markierungen berühren sich oder enthalten sich oder haben zu feine Details.

Optionen

Optionen bei den Markierungen haben die Form

wobei M die Markierungsnummer ist, W das GeWicht der Markierung, N und H die Grenze bis zu der die Markierung mit Null Prozent bzw. ab der mit Hundert Prozent bewertet wird, G der Straf-Faktor für eine zu Große Markierung und X das Gewicht der Markierungs-Region-Bewertung im Verhältnis zur Bewertung der Texteingabe. Die Klammern deuten an, dass W, N und H, sowie X weggelassen werden können, wenn im ersten Zahlen-Block nach dem : eine Zahl steht, dann wird angenommen, dass dies W ist, bei zwei Zahlen werden diese als W und H interpretiert. Fehlt W, dann wird dafür 1 gesetzt. Fehlt X, dann wird dafür ebenfalls 1 gesetzt.

Bei der Gesamtbewertung wird jede Markierung ausgewertet und diese Bewertungen gemäß ihres jeweiligen W-Gewichts verrechnet.

N und H entsprechen der 0%-Grenze bzw. 100%-Grenze bei Frage-Optionen bzgl. der Auswertung der Markierung.

G dient zur Bewertung der Markierung und gibt an, inwieweit der Lerner für eine zu große Markierung bestraft wird. Eine 1 bedeutet hier, dass für jedes %, das zuviel markiert ist, ein %-Punkt vom Ergebnis abgezogen wird, bei einer 2 würden pro 2 % zuviel markiert, ein %-Punkt abgezogen usw. - je höher der G-Wert, desto weniger wird bestraft. Die % errechnen sich aus dem Verhältnis der Zuviel-Markierung im Vergleich zur Lösungsmarkierung.

Sofern eine Beschriftung gefordert wird, kann mit X festgelegt werden, wie die Auswertung der Beschriftung mit der für die Markierung verrechnet wird. Die Beschriftung wird genauso ausgewertet wie Wort-Fragen, d.h. unterhalb der Optionen kann hier das gleiche eingetragen werden wie bei Antworten auf Wort-Fragen. Die Bewertung wird dann mit der Bewertung der Markierung verrechnet, bei 1 werden beide mit 50% eingerechnet, bei 2 zählt die Markierung 66% und die Beschriftung 33%, bei 0,5 umgekehrt.

Bei der Auswertung werden zuerst die Flächen der Lernerantworten mit den Flächen der Lösung verglichen und jede Lernerantwort der Lösung zugeordnet, die die Lernerantwort am meisten überdeckt, danach werden die Beschriftungen verglichen. Das bedeutet, dass der Lerner 0% erhält, falls er zwar alle Beschriftungen der Lösung eingetragen hat, diese aber alle falsch zugeordnet hat.

 

Beispiel:

Und hier die Markierung in grün (wie oben) mit der zugeordneten Markierung des Lerners (in transparent blau).

Der Lerner hat ca. 60% der gesuchten Fläche markiert, hat aber auch (bezogen auf die Größe der gesuchten Fläche) 10% zuviel markiert. Seine Antwort war "ER".

Zunächst erhält er für seine Markierung 60%-Punkte (60% der gesuchten Fläche). Durch die +2 (G) wird ihm für je 2%-Punkte der zuviel markierten Fläche 1%-Punkt abgezogen. Nach diesem Schritt ist seine Markierung nur 55%-Punkte wert (60 - 10/2). Da er durch das 0,8 (H) ab 80% volle Punkte erhalten würde, bringt ihm seine Markierung schlussendlich 68,75%-Punkte.

Für seine Antwort erhält er 80% ({0,8}ER).

Bei der Gesamtbewertung dieser Markierung wird die Region doppelt gewichtet (R2).
Somit ist die Bewertung 2 x 68,75 + 1 x 80 / (2 + 1) = 72,5%.

 

Diese Fragen werden im Player noch nicht vollständig unterstützt: Das Beschriften von Markierungen ist momentan nicht geplant Falls Sie sich dieses Feature wünschen, dann kontaktieren Sie uns bitte. Blog-Post